Ein elegant-bizarres Bild bietet die außergewöhnliche Ruine zwischen Friedrichsstraße und Oranienburger Straße in Berlin. Farbig, skurril und eindeutet aufsässig bekämpft sie mit ihrer “Kunst- und Aufstandsmalerei” gegen die propere Aufhellung der Spandauer Vorstadt. In der ehemaligen Einkaufsmeile tummelt sich eine abwechslungsreiche Kunst-und Kulturszene.
Von enormen Kriegsschäden (1908) gezeichnet, war Tacheles ein ungeliebtes Stiefkind der einstigen Ostberliner Stadtverwaltung. Tacheles sollte verschwinden. Gesagt, getan, der Bau wurde nach und nach abgerissen, was bei der bereits etablierten Kunst- und Kulturszene auf regen Unmut stieß. Dieser Unmut “explodierte” im Februar 1990. Etwa 50 Künstler aus Ost und West besetzten die Überreste der rühmenswerten Passage. Diesem beherzten Einsatz verdankt Tacheles sein agiles Weiterleben. Die Oranienburger Straße atmetete auf und erlebte erneut ein “Frühlingserwachen” in Form von extravaganten Veranstaltungen mit Disco-Flair. Bärbeißige Immobilienmakler versuchten weiterhin, die reizvolle Lage in bare Münze zu verwandeln, doch ihr Plan ging bislang nicht auf. Heute befindet sich Tacheles unter Denkmalschutz. Und das ist gut so!
Weitere Informationen über Tacheles in Berlin finden Sie hier.
Vom Tacheles zum Marx-Engels-Forum an der Spandauer Straße in Berlin – der Wanderweg!
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